Frank Landschoof Fotografie

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Voigtländer Nokton 17,5 f0,95

Das Voigtländer Nokton 17,5 ein Objektiv nicht nur für Bokeh Junkies!


Im Frühjahr 2012 stellte die Firma Voigtländer das zweite Nokton Objektiv mit einer Lichtstärke von 0,95 für MFT (MicroFourThirds) vor.
Neben dem 25er steht jetzt auch ein 17,5er Objektiv zur Auswahl.

New Toy  03.04.2012

Beide Objektive sind komplett manuell d.h. Blende und Fokus müssen von Hand eingestellt werden. Eigentlich ein Anachronismus in einer Zeit in der Kameras von der Blende über die Zeit alles selber einstellen, und es für jede Gelegenheit ein Szenenprogramm gibt, und ein Autofokus auch noch das Scharfstellen übernimmt.

Nachdem ich letztes Jahr für circa vier Wochen das 25er ausprobieren konnte, und von dem Objektiv begeistert war, weil mit ihm ein wunderbares Bokeh zu erzielen ist, war das 17,5er ein Kandidat für meine Objektivsammlung.

Das 25er kam damals nicht infrage, weil diese Brennweite durch das 20er Pancake und das 25 Jahre Leica/Panasonic schon abgedeckt war. Das 17,5er Nokton als leichtes Weitwinkel rundet die Sachen nach unten ab, und falls es mal nicht manuell geht, kann man immer noch zum Pancake greifen.

Der Verkaufspreis liegt bei 1299 €, einem Preis wofür man schon eine sehr gute MFT Kamera mit Objektiv bekommst, oder zum Beispiel eine Fuji X 100 oder eine Sony NEX.
Ob einem das Objekt dieser Preis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. In meinem Fall konnte ich den Preis unter 1000 € bringen, indem ich zwei Objektive inzahlung gab die ich lange Zeit schon nicht mehr benutzt hatte.

Das erste was einem auffällt wenn man das Nokton in der Hand hält ist das Gewicht, stolze 540 g (ohne Sonnenblende).
Ein Zylinder aus Stahl und Glas, der einen extrem wertigen Eindruck macht, und von der Verarbeitung keine Wünsche offen lässt.

Meiner Meinung nach gibt es mit der Lumix GH2 zur Zeit nur eine Kamera unter 1000 € die durch ihren "Gott sei dank" immer noch vorhandenen ausgeprägteren Griff eine gute Balance mit dem Nokton erzielt. Im Bereich über 1000 € sollte die Olympus OM-D E-M5 mit Handgriffen eine ähnlich gutes Handling ermöglichen.

Nun aber zur Praxis. Kameraeinstellung "ohne Objektiv auslösen" einstellen, wissen dass man durch den Druck auf das rechte Rad die Lupe aktivieren kann, und schon kann es losgehen. Ehrlich gesagt, fühlte ich mich mit mit einem Mal zurückversetzt in die Zeit als ich mit meiner ersten Spiegelreflexkamera meine ersten Erfahrungen sammelte.
Dieses Objektiv ist nichts für schnelle Schnappschüsse, zu lange dauert das Fokussieren von Hand was über die Lupenfunktion sehr exakt erfolgen kann. Man muss sich etwas Gedanken machen, welche Blende könnte passen, ist die Zeit kurz genug um nicht zu verwackeln, wo setze ich den Fokus, und so weiter. Habe ich das alles berücksichtigt erhalte ich ab f1.4 Bilder mit einem traumhaften Bokeh, und ab Blende 2,8 eine zunehmende Schärfe die bei Blende 5,6 ihr Optimum zu erreichen scheint.

Cat 14.05.2012

Ich habe um dieser teuren Linse gerecht zu werden, und den Umgang damit zu optimieren vier Wochen nur die Kombination Lumix GH 2 + 17,5er benutzt.
Die Brennweite 17,5 ergibt im Kleinbildformat 35 mm, welche eine gute Reportagenbrennweite darstellt, und fast universell einsetzbar ist.
Die Bildergebnisse sind so wie sie nur mit einem Nokton möglich sind, teilweise extremes Bokeh, aber auch sehr gute Schärfe.

Bilder hier zu könnt Ihr euch in diesem Flickr Album ansehen.

Unterm Strich, überwiegen für mich die Vorteile bedingt durch die Bilder die nur mit so einem Objektiv möglich sind. Die Nachteile, Gewicht und Preis lassen sich durch die richtige Kamera und z.B. die Inzahlungnahme alter Objektive auf ein akzeptables Maß senken.
Neuerdings bieten einige Ringfoto-Händler das Nokton hin und wieder über Ebay als Auktion an, auch hier rutscht der Preis unter 1000€.

Das Voigtländer Nokton 17,5 f0,95, meiner Meinung nach ein Objektiv nicht nur für Bokeh Junkies!

Technische Infos: Voigtlaender.de
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